
»Mit der Crespo Foundation möchte ich dazu beitragen, dass Menschen Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten aufbauen, Kreativität entwickeln und ihre Potentiale entfalten. Besonders am Herzen liegen mir Menschen, die sich mit Mut und Engagement den Herausforderungen ihres Lebens stellen, um es selbst zu gestalten. Ich lege großen Wert auf eine umfassende Persönlichkeitsentwicklung. In vielen unserer Projekte spielt darum auch der aktive Umgang mit Kunst und Kultur eine wichtige Rolle. Neben der Förderung besonderer Begabungen sehen wir unsere Aufgabe auch darin, die Geförderten zur Übernahme von Verantwortung zu motivieren. Mit diesem Anspruch begleitet die Crespo Foundation heranwachsende Persönlichkeiten in den entscheidenden Phasen ihrer Entwicklung.« Ulrike Crespo
Open mike Workshop am Schwielowsee
5. - 7. Februar 2016, Berlin
DozentInnen:
Sabine Dörlemann, Lucy Fricke, Katja Lange-Müller, Doris Plöschberger, Andreas Rötzer, Christiane Schmidt, Daniela Seel, Diana Stübs und Reto Ziegler
Längst fester Bestandteil des open mike, für die jungen Schreibenden aber keineswegs Routine: der jährliche open mike- Workshop! LektorInnen und SchriftstellerInnen treffen sich mit den FinalistInnen des >>> 23. open mike, um an deren Texten zu arbeiten, Wissenswertes zum Urheberrecht zu erfahren und in einer Arbeitsgruppe mit Katja Lange-Müller über »Musils Wundertüte« zu diskutieren. Ziel des Treffens ist neben der Arbeit am Text, sich untereinander besser kennen zu lernen und auszutauschen: Literatur denken, reden und - machen eben.
Wer sich dafür interessiert, was dabei entstanden ist - auf dem >>> open mike Blog finden sich zahlreiche Textproben. Hier ein kleiner Vorgeschmack:
[...] Wir müssen uns die Straße endlos lang vorstellen, weil sie von unserem Blickwinkel aus den Anschein erweckt, sie führe beidseitig ins Nichts. Auf den weiten Feldern, die sich nach allen Richtungen hin bis zum verschwommenen Horizont erstrecken, blüht roter Mohn. Im Sinne der Geschichte müssen wir uns den Mohn allerdings in einem farblosen Grau vorstellen, weil allzu prächtige Farbeindrücke die Geschichte in ein falsches Licht rücken und die wenigen Zeugen dieser Geschichte irritieren oder ablenken könnten. [...]
Toby Dax, open mike-Finalist 2015
- Und damit diese und andere Geschichten unserer NachwuchsautorInnen nicht unbeachtet am Horizont verschwinden, einfach >>> hier klicken und lesen!
»Alles Walzer!«
Der 4. START Wien Ball
6. Februar 2016 ab 19 Uhr
Casino Baumgarten, Linzer Str. 297
1140 Wien
»Wir wollen uns deshalb alle noch einmal den Grundschritt des Boogie ansehen. Meine Herren, darf ich Sie bitten, die Damen aufzufordern und mit ihnen auf die Tanzfläche zu kommen!«
»Unnachahmlich vorgeführt und angeleitet vom Ehepaar Fern«, heisst es auf der eigens eingerichteten >>> Facebook-Seite für den diesjährigen START-Wien Ball, bereiten sich die StipendiatInnen seit Wochen auf ihren großen Auftritt vor. Am kommenden Wochenende ist es nun endlich soweit! Eine rauschende Ballnacht mit allen StipendiatInnen, Alumni, Tanmu-Jugendlichen, FreundInnen, Familien und PatInnen.
START-Wien feiert 2016 den 10. Geburtstag. Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Neben Walzer, Boogie & Co. präsentieren die Wiener auch zum ersten Mal ihr gerade im Mandelbaum Verlag erschienenes START-Wien Buch »Wir sind hier. 45 Jugendliche. 45 Geschichten. 45 Orte in Wien.« StipendiatInnen und Alumni erzählen darin über Orte in Wien, die für sie eine besondere Bedeutung haben. Einen ersten Einblick bekommen sie >>> hier.
Mehr Infos zu START Österreich finden Sie >>> hier.
www.wirsindhier.wien
Jessica Lind, Jahrgang 1988, lebt in Wien, wo sie als selbständige Drehbuchautorin und dramaturgische Beraterin arbeitet. Nebenbei studiert sie an der Filmakademie Wien Drehbuch & Dramaturgie im Masterstudium und ist derzeit Writer in Residence des ORF III Literaturnachwuchsförderprogramms. Im Herbst 2015 gewann sie mit ihrem Text »Mama« beim >>> open mike Literaturwettbewerb in Berlin.
Auf dem >>> open mike Blog heisst es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag: »Wenn am Ende nicht klar ist, ob Ada ihr Kind im Wald zurücklässt, wirkt das seltsamerweise gar nicht grausam. Unheimlich zwar, aber nicht grausam, weil in diesem Text keine Moral herrscht, sondern Leben.«
- Wie ist denn Ihr reales Leben weitergegangen seitdem, an was arbeiten Sie?
Die letzten zwei Monate war ich mit dem Finalisieren eines Drehbuchs für einen Kinofilm beschäftigt, für das wir demnächst um Herstellungsförderung ansuchen wollen. Dieses Drehbuch hat im letzten Jahr mein Leben bestimmt, ich habe mit den Figuren mitgelitten, mitgelacht, mitgelebt. Ich empfinde es als Geschenk, einen Beruf zu haben, bei dem ich in so unterschiedliche Leben eintauchen kann. Aber jetzt freue ich mich schon sehr darauf, den Film, wenn alles klappt, auf der Leinwand zu sehen. Das ist ein spannender Prozess, weil sich bis dahin noch viel verändern kann.
Ich habe vor einiger Zeit die Entscheidung getroffen, nicht Regie machen zu wollen, sondern ausschließlich als Autorin zu arbeiten. Das hat mich befreit und mir viel Druck genommen. In Österreich dominiert noch immer der Autorenfilm, aber, dass ich als erstes Projekt in der Branche einen Kinofilm geschrieben habe, zeigt auch, dass es anders geht.
Als nächstes möchte ich mich etwas Literarischem widmen, an dem ich schon länger schreibe, aber mit Unterbrechungen. Das nächste Halbjahr möchte ich mir die Zeit nehmen, um ausschließlich daran zu arbeiten.
Es heißt ja, der open mike sei für viele ein Karriere-Sprungbrett - haben Sie es als Preisträgerin seitdem leichter, für Ihre literarischen Vorhaben Interesse zu wecken?
Der Open Mike wird da ganz seinem Ruf gerecht. Ich bin mit Verlagen und Agenturen in Kontakt, die bisher unerreichbar schienen. Aber nicht nur das, ich werde immer wieder von Bekannten, auch aus der Filmbranche, angesprochen, die z.B. die im Volltext veröffentlichte Kurzgeschichte gelesen haben.
Es ist schön, auf so viel Interesse zu stoßen und Resonanz zu bekommen. Ich habe mich seit Jahren immer wieder beim open mike beworben, irgendwann war es ein jährliches Fixum, einen Text einzureichen.
Trotzdem habe ich wenig daran gedacht, was danach sein würde. Ziel war immer, beim open mike zu lesen. Was ich in meiner Naivität wenig bedacht hatte, war, dass man sich mit seinem Text einer Öffentlichkeit aussetzt, dass der Text beurteilt wird und nicht jeder die Entscheidung der Jury unterstützt.
Das ist natürlich auch nicht notwendig, geschweige denn wünschenswert, Diskurs ist immer gut - allerdings hätte ich mir von einigen Medien eine etwas differenziertere Kritik gewünscht. Die Berichterstattung war nach ca. einer Woche vorbei, was bleibt, ist eigentlich nur Gutes. Und vielleicht bin ich besser gewappnet beim nächsten Mal.
Sie absolvieren ein Masterstudium, haben ein Drehbuch-Stipendium inne, sind zudem »Writer in Residence« des ORFIII, drehen Kurzfilme, Musikvideos und Dokumentationen - das klingt nach sehr viel Arbeit. Haben Sie einen Tipp für Ihre NachfolgerInnen beim open mike, wie sich Kunstanspruch und Karriere zeitlich unter einen Hut bringen lassen?
Als Drehbuchautorin fällt es mir beim Thema Karriere leichter über die Filmbranche zu sprechen, weil ich Film studiere und mir die Branche vertrauter ist. Es fällt mir zwar noch immer schwer, mich als Drehbuchautorin zu bezeichnen, aber immerhin verdiene ich damit mein Geld.
Wahrscheinlich wäre ein gesundes Selbstbewusstsein nicht schlecht.
Ein Tipp, den ich am ehesten geben kann, ist, sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen. Ich glaube, Talent haben viele - was oft den Unterschied macht, ist das Sitzfleisch. Und der Wille, immer wieder an sich zu arbeiten. Ich bin noch immer dabei einen Weg zu finden, Kunst und Karriere unter einen Hut zu bringen, mit dem Ziel, weiterhin vom Schreiben leben zu können, ohne die eigenen Ansprüche zu vernachlässigen.
Was den »zeitlichen« Aspekt betrifft, habe ich dringend vor zu lernen, mir meine Zeit besser einzuteilen, um weniger selbstausbeuterisch zu werken. Andererseits habe ich es auch immer genossen, durch mein Studium und jetzt meinen Job die Möglichkeit zu haben, mich dem zu widmen, was ich am liebsten mache: schreiben.
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